Immobilienpreise im 2. Quartal 2026: Wohnen teurer, Gewerbe billiger

Die neuen Zahlen der Pfandbriefbanken zeigen ein geteiltes Bild. Für Ihre Finanzierung zählt dabei weniger die Schlagzeile als das, was der Preis mit Ihrem Beleihungsauslauf macht.

Praxis · 17. August 2026 · baufiwerk Redaktion

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hat am 10. August seinen Immobilienpreisindex für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Das Bild ist geteilt: Wohnimmobilien wurden gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,9 Prozent teurer, Büro- und Einzelhandelsobjekte dagegen billiger. Wenn Sie kaufen, umschulden oder vor der Anschlussfinanzierung stehen, ist dabei vor allem eine Frage interessant — und sie steht nicht in der Überschrift: Was macht das mit dem Wert, den Ihre Bank ansetzt?

Die Zahlen im Überblick

Der Gesamtindex, der Wohn-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien zusammenfasst, lag im zweiten Quartal 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 gab er marginal um 0,1 Prozent nach. Getragen wurde der Jahresanstieg allein vom Wohnsegment.

Innerhalb der Wohnimmobilien verteuerten sich Eigentumswohnungen mit 2,6 Prozent im Jahresvergleich am stärksten, gefolgt von Eigenheimen mit 2,0 Prozent und Mehrfamilienhäusern mit 1,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal fielen die Zuwächse mit 0,3 bis 0,5 Prozent deutlich kleiner aus — ein ruhiger, kein sprunghafter Markt. Büroimmobilien verloren dagegen 1,2 Prozent, Einzelhandelsobjekte 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal — der erste Rückgang auf Jahressicht nach fünf Quartalen.

Zur Einordnung der Quelle: Der Index wertet tatsächliche Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten aus, nicht Angebotspreise aus Portalen. Er reagiert dadurch träger auf Stimmungen — bildet aber ab, was wirklich bezahlt wurde. Genau deshalb ist er für die Bewertungspraxis der Banken relevant.

Mieten steigen schneller als Kaufpreise

Die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern legten bundesweit um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu — mehr als die Kaufpreise, wenn auch schwächer als in den Quartalen davor. Auffällig ist das Gefälle: In den sieben größten Städten stiegen die Neuvertragsmieten im Schnitt nur um 1,5 Prozent, wobei Düsseldorf mit 3,6 Prozent am oberen und Berlin mit 0,6 Prozent am unteren Ende lag.

Für Kaufinteressenten heißt das: Die Rechnung „Miete gegen Rate" verschiebt sich langsam, aber sie verschiebt sich regional völlig unterschiedlich. Ein bundesweiter Durchschnitt beantwortet Ihre Frage nicht. Ihre Frage beantwortet nur der Vergleich Ihrer konkreten Kaltmiete mit der konkreten Annuität für ein konkretes Objekt an Ihrem Ort.

Was heißt das für Ihre Finanzierung?

Der entscheidende Hebel heißt Beleihungsauslauf: das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und dem Wert, den die Bank der Immobilie zuschreibt. Banken staffeln ihre Zinsen entlang dieser Quote — je nach Haus typischerweise in Stufen um 60, 80 und 90 Prozent. Wer knapp unter einer Stufe landet, zahlt spürbar weniger als jemand, der knapp darüber liegt. Stabile bis leicht steigende Bewertungen wirken hier in Ihre Richtung: Das Risiko, allein durch fallende Objektwerte in eine teurere Staffel zu rutschen, ist derzeit gering.

Wie relevant diese Quote ist, zeigt ein Blick der Aufsicht: Nach Auswertungen von Bundesbank-Daten durch den Ausschuss für Finanzstabilität und die BaFin (Mitteilung vom 11. Mai 2026, Datenstand viertes Quartal 2025) überstieg bei 14 Prozent der neu abgeschlossenen Kredite die Darlehenssumme den Wert der Immobilie. Im Durchschnitt lag der Beleihungsauslauf bei 83 Prozent. Die Aufsicht beobachtet diese Entwicklung nach eigenen Angaben aufmerksam. Für Sie als Kreditnehmer ist die Botschaft weniger dramatisch als praktisch: Je mehr Eigenkapital in die Kaufnebenkosten und in den Kaufpreis fließt, desto günstiger wird die Kondition — und desto größer ist der Puffer, falls Sie doch einmal verkaufen müssen.

Für Anschlussfinanzierer ergibt sich daraus ein oft übersehener Punkt. Ihre Restschuld ist über die Jahre der Zinsbindung gesunken, der Objektwert ist laut Index nicht gefallen. Beim Wechsel des Darlehensgebers — also einer Umschuldung statt einer Verlängerung bei der Hausbank — wird die Immobilie in der Regel neu bewertet. Fällt diese Bewertung heute günstiger aus als beim Ersterwerb, sinkt der Beleihungsauslauf gleich doppelt. Ob daraus am Ende eine bessere Kondition wird, hängt von Region, Objekt und ursprünglichem Kaufzeitpunkt ab und lässt sich nur im Einzelfall rechnen.

Einordnung: nicht überinterpretieren

Ein Quartalsplus von 0,3 Prozent ist keine Trendwende, sondern Normalbetrieb. Wer daraus „Jetzt oder nie" ableitet, überdehnt die Daten. Genauso wenig taugt der Rückgang bei Büro- und Handelsobjekten als Warnsignal für private Käufer: Das sind andere Märkte mit anderen Mietern und anderen Risiken.

Der größere Hebel für Ihre monatliche Rate bleibt ohnehin das Zinsniveau, nicht die dritte Nachkommastelle eines Preisindex. Wie sich die Konditionen zuletzt entwickelt haben, aktualisieren wir wöchentlich im Bauzinsen-Wochenüberblick. Und wie immer gilt: Der Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Bank für dasselbe Vorhaben ist meist größer als die Marktbewegung eines ganzen Quartals.

Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie kaufen wollen, lassen Sie Ihr Budget entlang der Beleihungsstufen durchrechnen, statt nur den Kaufpreis anzusetzen. Wenn Ihre Zinsbindung in den nächsten Jahren ausläuft, legen Sie Restschuld, Zinsbindungsende und aktuelle Kondition auf den Tisch und lassen Sie prüfen, was eine Neubewertung heute bewirken würde. Beides klären wir im kostenlosen Erstgespräch — unverbindlich; der Vergleich startet SCHUFA-neutral.

Kostenloses Erstgespräch


Quellen: vdp-Immobilienpreisindex Q2 2026, Pressemitteilung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken vom 10. August 2026; Ausschuss für Finanzstabilität, Mitteilung vom 11. Mai 2026 (Datengrundlage: Bundesbank-Erhebung WIFSta, Datenstand 4. Quartal 2025).

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung, keine Anlage- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Programme können sich ändern — Stand: 17. August 2026.