Jung kauft Alt: KfW-Kredit 308 steigt auf bis zu 180.000 Euro

Seit dem 3. August gelten höhere Höchstbeträge — und eine flexiblere Sanierungsauflage. Was das für Familien mit Altbau-Plänen konkret bedeutet.

Förderung · 14. August 2026 · baufiwerk Redaktion

Der KfW-Kredit „Jung kauft Alt" (Programm 308) trägt seit dem 3. August 2026 einen spürbar größeren Teil der Finanzierung. Statt bisher 100.000 bis 150.000 Euro können Familien nun 140.000 bis 180.000 Euro zinsverbilligt aufnehmen — je nach Kinderzahl. Dazu kommt eine zweite, in den Schlagzeilen oft untergegangene Änderung: Die vorgeschriebene Sanierung darf jetzt auch in Einzelschritten erfolgen. Wer ein älteres, energetisch schwaches Haus kaufen will, sollte seine Kalkulation deshalb noch einmal aufmachen.

Was sich zum 3. August geändert hat

Die Kredithöchstbeträge steigen je Haushaltsgröße um 30.000 bis 40.000 Euro. Laut KfW gelten aktuell 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei Kindern und 180.000 Euro ab drei Kindern (Stand: 14. August 2026). Zuvor lagen die Grenzen nach übereinstimmender Fachberichterstattung bei 100.000, 125.000 und 150.000 Euro. Maßgeblich für die neuen Beträge ist das Datum der Antragstellung.

Die zweite Neuerung betrifft die Sanierungspflicht. Bisher musste die gekaufte Immobilie vollständig auf den Standard „Effizienzhaus 85 EE" oder „Effizienzhaus Denkmal EE" gebracht werden. Alternativ ist nun eine Sanierung über energetische Einzelmaßnahmen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude möglich: Fenster- und Heizungstausch, Dämmung der Fassade sowie des Dachs beziehungsweise der obersten Geschossdecke. Das senkt die Einstiegshürde erheblich — vor allem dort, wo eine Komplettsanierung an Budget oder Bauzeit gescheitert wäre.

Wer den Kredit bekommt

Die Voraussetzungen sind eng gefasst. Im Haushalt muss am Tag der Antragstellung mindestens ein Kind unter 18 Jahren leben. Sie müssen die Immobilie selbst bewohnen und mindestens die Hälfte des Eigentums halten, und es muss Ihre einzige Wohnimmobilie in Deutschland sein — wer bereits ein Haus, eine Wohnung oder auch nur einen Anteil daran besitzt, ist ausgeschlossen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind nicht überschreiten, plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind.

Die entscheidende technische Hürde: Für das Objekt muss zum Zeitpunkt der Antragstellung ein gültiger Energieausweis der Effizienzklasse F, G oder H vorliegen. Das Programm zielt bewusst auf energetisch schwache Bestandsgebäude — ein solide gedämmter Altbau der Klasse D fällt heraus.

Was heißt das für Ihre Finanzierung?

Programm 308 ist ein Baustein, keine Vollfinanzierung. Gefördert wird der Kaufpreis inklusive Grundstückskosten. Nicht förderfähig sind die Kaufnebenkosten — Notar, Makler, Grunderwerbsteuer — und ausdrücklich auch nicht die Sanierungskosten selbst; dafür steht das Programm „Wohngebäude – Kredit (261)" zur Verfügung. Umschuldungen und Nachfinanzierungen bereits begonnener Vorhaben sind ebenfalls ausgeschlossen.

Der wirtschaftliche Effekt liegt im Mischzins: Je größer der zinsverbilligte Anteil, desto niedriger der Durchschnittszins über die gesamte Finanzierung. 40.000 Euro mehr Fördervolumen bedeuten 40.000 Euro weniger zum normalen Bankzins. Den tagesaktuellen Effektivzins nennt die KfW auf ihrer Programmseite; er ändert sich laufend, weshalb sich eine feste Zahl an dieser Stelle verbietet.

Ein Punkt, den viele übersehen: Die Laufzeit beträgt bis zu 35 Jahre, die Zinsbindung aber nur bis zu 10 Jahre. Für diesen Baustein steht also nach zehn Jahren eine Anschlussfinanzierung an — das gehört von Anfang an in die Planung, nicht in eine Fußnote.

Die Reihenfolge entscheidet

Der häufigste und teuerste Fehler ist ein zu früher Notartermin. Der Förderkredit wird über einen Finanzierungspartner beantragt, und zwar bevor Sie kaufen. Wollen Sie den Kaufvertrag vorher schließen, geht das nur mit einer aufschiebenden Bedingung — nachträglich in einen bestehenden Vertrag eingefügt wird sie von der KfW nicht anerkannt. Anzahlungen und Kaufpreiszahlung dürfen erst nach der Antragstellung fließen.

Halten Sie für das Finanzierungsgespräch die Einkommensteuerbescheide der beiden maßgeblichen Vorjahre bereit (für Anträge in 2026 also 2023 und 2024), dazu die Geburtsurkunden der Kinder und den Energieausweis. Für die Sanierung haben Sie anschließend maximal 4,5 Jahre nach der Zusage der KfW Zeit — wird diese Frist gerissen, ist eine Fördervoraussetzung nicht mehr erfüllt (Stand: 14. August 2026).

Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie ohnehin nach einem sanierungsbedürftigen Bestandsobjekt suchen, verschiebt die Erhöhung Ihr Budget spürbar nach oben. Lassen Sie im kostenlosen Erstgespräch durchrechnen, wie sich der größere Förderbaustein auf Ihre Monatsrate auswirkt und wie die Programme 308 und 261 sinnvoll ineinandergreifen. Unverbindlich und SCHUFA-neutral.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung, keine Anlage- oder Finanzierungsberatung. Konditionen und Programme können sich ändern — Stand: 14. August 2026. Quellen: KfW-Programmseite „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)"; Fachberichterstattung zur Anhebung der Höchstbeträge zum 3. August 2026.